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Teppichlexikon A-Z
A
Abadeh-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem südöstlichen Iran.
Abrasch
handgeknüpfte Teppiche aus Kerman im südöstl. Iran. Man erkennt sie leicht am großen Medaillon in der Mitte, häufig auf rotem Grund.
Achty-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Ravar nördlich von Kerman. Von hier kommen die besseren Kerman-Teppiche und erhalten dabei die Bezeichnung Ravar oder Laver.
Afghanische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus A. (u.a. Khal Mohammadi u. Aqche). Die Teppiche werden meist von Turkmenen aus dem Norden des Landes geknüpft. Die Kette ist aus Wolle, Schussfaden aus Wolle od. Baumwolle. Rot ist die vorherrschende Farbe. Das kräftige Wollgarn ist zuweilen mit Ziegenwolle durchsetzt. Motiv: achteckiges Gül - Muster. Ältere afghanische Teppiche heißen auch Ersari.
Afschar-Teppiche
auch Kerman-Afschar genannt. Stammen aus der Gegend von Kerman im südöstlichen Iran, geknüpft von Afscharen, einem halbnomadischen Stamm.
Ägyptische Teppiche
werden häufig in folgende Kategorien eingeteilt: Mamelucken-, Kairo- und moderne Teppiche.
Agra-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Agra in Indien (ca. 200 km südlich von Delhi). Hier wurden zwei der größten Teppiche der Welt geknüpft; der eine Teppich befindet sich im Windsor Castle in England (Maße: 10,25 x 21,50 m), der andere Teppich liegt in einem Hotel in Agra und misst 12,25 x 39 m!
Ak-Hissar-Teppiche
handgeknüpfter Teppich mit geometrischen Mustern. Wird nordöstlich von Ismir (in Anatolien) gefertigt.
Akstafa-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Kaukasus. Die Teppiche sind dicht geknüpft (Knoten: türkisch) und sind in der Regel quadratisch.
Alizarinfarben
synthetische Farben, die auch zum Färben des Teppichgarns verwendet werden.
Amoghli od. Emoghli
Name eines meisterhaften Teppichknüpfer aus Maschad im Iran; tätig zwischen 1900 und 1920. Er signierte seine Teppiche, die aus Wolle höchster Qualität gefertigt sind. Die Teppiche waren sehr dicht, das Muster häufig sehr detailliert. Ein weiteres Kennzeichen der Teppiche waren die blauen Webkanten (ca. 3-5 cm breit) an den Längsseiten. Die heute äußerst seltenen und exklusiven Teppiche erzielen häufig hohe Preise beim Verkauf oder bei Versteigerungen.
Amritsar-Teppiche
indische Teppiche, handgeknüpft aus der Stadt Amritsar im indischen Punjab. Sie sind gediegene Gebrauchsteppiche aus jüngerer Zeit, kunstgewerblich jedoch uninteressant.
Anatolische Teppiche
Bezeichnung handgeknüpfter Teppiche aus der Türkei. Bekannte anatolische Teppichnamen sind u.a. Smyrna und Sparta.
Anilinfarben
synthetische Farben, die früher zum Färben des Garns handgeknüpfter Teppiche verwendet wurden.
Arak-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Arak (dem früheren Sultanabad). Die Stadt liegt im Feraghand-Bezirk im westl. Iran. Die Teppiche gelten als verschleißfest und sind mit Wolle hoher Qualität geknüpft, hauptsächlich mit Medaillonmotiv. Sie ähneln etwas den Sarugh-Teppichen, sind jedoch farblich von ihnen unterschieden. Zu diesen Teppichen gehören u.a. Feraghan-, Mahai- und antike Zieglerteppiche.
Ardabil- od. Ardebilteppich
einer der bekanntesten persischen Teppiche, zu sehen im Victoria and Albert Hall Museum in London.
Ardakan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem nordwestlichen Teil der Provinz Jasd im Iran. Diese robusten Teppiche ähneln in Mustern und Farben den Keschan-Teppichen.
Ardalan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche neueren Datums aus dem Hamadanbezirk des Iran. Die Motive weisen oft zart stilisierte Blumen auf.
Ardebil-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem nordwestlichen Iran. Die Stadt Ardebil liegt in der iranischen Provinz Aserbaidschan nahe dem Kaukasus und dem Kaspischen Meer.
Armanibaff
armenischer handgeknüpfter Teppich. Er wird mit türkischem (symmetrischen od. Ghiordes-) Knoten geknüpft, und zwar in recht dunklen Farben. Er besteht aus geometrischen Mustern oder aus Motiven, die Mir-e Boteh genannt werden. Er ähnelt teilweise den Loristan- und Bachtiar-Teppichen.
Armenische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Armenien. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Teppiche wie Kasak, Karabach und Jerewan-Teppiche. Der in Schweden bekannte Marby-Teppich im Historischen Museum zu Stockholm soll ein armenischer Teppich sein wie auch der sog. Berlin-Teppich.
Arraiolos -Teppiche
gestickte Teppiche aus der Stadt Arraiolos in der portugiesischen Provinz Alentejo. Die ältesten Exemplare stammen wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert. Sie sind von persischen und anatolischen Vorbildern angeregt.
Asadabad - Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Hamadanbezirk im nordwestlichen Iran, häufig mit Herati-Muster (Rosettenmotiv).
Aschkali
Bezeichnung eines Teppichmusters, das man auf alten Ghaschghai-Teppichen, seltener auf jüngeren Teppichen antrifft. Das Muster besteht aus einem Achteck, das ein kleineres Achteck umschließt, wobei das innere Achteck mit Haken versehen ist.
Aserbaidschan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Aserbaidschan und dem südöstlichen Kaukasus. Zu den im Kaukasus angefertigten Teppichen gehören auch Akstafa, Chila und Schirwan. Solche Teppiche findet man auch in der angrenzenden iranischen Landschaft Aserbaidschan; zu ihnen gehören auch die Täbriz-Teppiche. Weiterhin gibt es hier Heris-, Karaje- und Sarab-Teppiche.
Asymmetrischer Knoten
auch persischer Knoten (Senneh) genannt.
Aubusson-Teppiche
franz. Teppiche aus der Stadt Aubusson im zentralen Frankreich. Die Teppiche sind ursprünglich Kopien von türkischen Teppichmustern.
Axminster-Teppiche
engl. Teppiche aus der Stadt Axminster, geknüpft im türkischen Stil. Sie entstanden in einer von Thomas Whitty gegründeten Fabrik.
B
Bachtiar-Teppiche
auch Bachtiari oder Bachtijar genannt. Handgeknüpfte Teppiche hoher Qualität, gefertigt von Bachtiari - Nomaden im südwestlichen Iran. Sie sind bekannt für ihr sog. Gartenmotiv.
Badezimmer-Teppich
vorgesehen fürs Bad. Auch im Bad kann ein handgeknüpfter Teppich liegen. Er sollte nur nach dem Bad oder der Dusche gut getrocknet werden.
Bahawalpur-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der gleichnamigen Stadt in Pakistan.
Bakschaisch-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Gebiet um den Urmia-See bis nach Heris im Iran.
Baku-Teppiche
stammen aus der bekannten Ölstadt Baku in Aserbaidschan. Das stilisierte Flammenmuster wird Mir-e butha genannt. Es gehört zu den üblichsten Mustern orientalischer Teppiche. Bei alten Teppichen ist die Kette aus Wolle, der Schussfaden häufig aus Baumwolle. Die Knüpfdichte beträgt 100.000 bis 150.000 Knoten pro Quadratmeter.
Balkan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Balkanländern wie Rumänien, Bulgarien, Griechenland sowie dem ehemaligen Jugoslawien. Als Vorbild dienen vor allem persische Teppiche, aber auch türkische und kaukasische. Sie sind aus Wolle guter Qualität gefertigt, jedoch häufig mit synthetischen Farben gefärbt, die nicht die Leuchtkraft der sonstigen handgeknüpften Teppiche aufweisen.
Balutsch-Teppiche
auch Belutsch genannt.
Bannu-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Bannu südwestlich von Rawalpindi in Pakistan.
Baotou-Teppiche
kleine handgeknüpfte Teppiche von ca. 1 Quadratmeter Größe, die aus Baotou nordwestl. von Ningxia in China stammen. Die Teppiche sind an ihren typischen Landschafts- und Symbolmotiven zu erkennen. Teppiche jüngeren Datums haben eher figurative Motive. Gemeinsam ist ihnen die vorherrschend blaue Farbgebung.
Baschir-Teppiche
auch Beschir genannt. Die handgeknüpften Teppiche stammen von turkmenischen Beschir-Nomaden um den Ort Bashir im westlichen Turkestan. Ihre Muster bestehen aus Herati- (Rosetten-) und Minah Chani- (Blumenwiesen-) Motiven mit Medaillons. Die verwendeten Farben sind Rot, Blau und Beige, untermischt mit Gelb. Kette und Schuss bestehen aus Wolle, der Flor ist mittelkurz, der Knoten persisch, aber auch türkischer Knoten kommt vor.
Baumwolle
(Gossypium) zählt zu den Malvengewächsen. Kommt in den meisten tropischen und subtropischen Gegenden vor. Gehört zu den wichtigsten Rohstoffen für die Fertigung handgeknüpfter Teppiche.
Belusch-Teppiche
auch Balutsch genannt; handgeknüpfte Teppiche von Belutsch-Nomaden im Grenzgebiet zwischen Iran und Afghanistan.
Benares-Teppiche
handgeknüpfte indische Teppiche aus der Stadt Benares (Varanasi) am Ganges. Die Teppiche werden im klassisch orientalischen Stil aus indischer und neuseeländischer Wolle geknüpft. Vorbilder sind persische Bidjar-, Kirman- und Mir-Teppiche.
Berber-Teppiche
gediegene handgeknüpfte Teppiche aus ungesponnener Schafwolle. Sie werden von Berbern gefertigt, der Urbevölkerung von Marokko, Algerien und Tunesien. Die häufig quadratischen Teppiche haben mehrere Borte und Kantenverzierungen; sie sind schwer und einfarbig in Beige oder Braun. Manchmal kommen einfache, gefärbte geometrische Muster und Details vor. Diese Muster sind sehr stilisierte Blumen-, Tier- und Stern-Motive, die Medaillons haben einen treppenförmigen Abschluss. Sie ähneln deutlich den anatolischen Teppichen.
Berdelyk
persisch-türkische Bezeichnung eines Teppichs, der als Wandschmuck verwendet wird. Er ist häufig aus Seide mit einem asymmetrischen Muster, aus dem hervorgeht, wie er an der Wand aufzuhängen ist.
Bergama-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Bergama nördlich von Ismir an der türkischen Westküste. Sie zählen zu den anatolischen Nomadenteppichen, sind in der Regel quadratisch und ganz aus Wolle mit roten Schussfäden. Dies ergibt eine rot gestreifte Rückseite. Die geometrischen Muster bestehen aus einem eckigen Medaillon, das von Blumen-Motiven umgeben ist. Die Farben sind Rot, Rotbraun, Blau, Beige und Gelb.
Berlin-Teppich
handgeknüpfter anatolischer Teppich aus dem 15. Jahrhundert. Der Teppich (ca. 172 x 90 cm) wurde 1886 gut erhalten in einer Kirche Italiens entdeckt; er ist im Museum für Islamische Kunst in Berlin ausgestellt. Er ist ganz aus Wolle gefertigt, das Muster stellt einen stilisierten Drachen und den Vogel Phönix dar.
Beschir-Teppiche
auch Baschir genannt (siehe oben).
Bhadohi-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der ostindischen Stadt Bhadohi.
Bibibaff
Bezeichnung der besten und dichtesten Teppiche, die von den persischen Bachtiar-Nomaden geknüpft werden. Der Name stammt vom Wort "baff", das Knoten bedeutet, während "bibi" die beste Knüpferin einer Nomadenfamilie genannt wird.
Bibikad-Teppiche
dicke und robuste handgeknüpfte Teppiche aus dem Hamadanbezirk im Iran.
Bidjar-Teppiche
benannt nach der Stadt Bidjar im westlichen Iran.
Bochara – Susani - Teppiche
gestickte Teppiche aus Zentralasien, vor allem aus Bochara in Usbekistan. Die Teppiche aus handgewebter Baumwolle, durchwirkt von vielfarbigen Seidenfäden, wurden im 18. und 19. Jahrhundert von den Frauen der Familien hergestellt. Die Teppiche stellten die Aussteuer für die jungen Mädchen dar.
Bochara-Teppiche
geknüpft von turkmenischen Stämmen in Westturkestan (Zentralasien). Bochara war früher ein zentraler Handelsplatz für diese Teppiche. Heute tragen die Teppiche die Namen des Herkunftsstammes, und die gemeinsame Bezeichnung ist "turkmenischer Teppich". Bochara-Teppiche werden auch mit einem bestimmten Muster verknüpft, dem Bochara-Muster, einem typischen Reihenmuster mit Göl-Motiven, das z.B. dem Muster pakistanischer Teppiche ähnelt.
Borchalou - Teppiche
anderer Name für Burchalow-Teppiche
Boteh
(= Mandel), übliches Muster orientalischer Teppiche - siehe auch Mir-e butha.
Bouclé-Teppiche
Brüssel-Teppiche, sog. Schlingenteppiche. Die gewebten Teppiche haben ein dekoratives Jaquard-Muster und Kettenschlingen. Sie bestehen aus mehreren Fadensystemen (eins für jede Musterfarbe), wobei das Grundgewebe aus Füllkette und Schussfäden besteht; das Muster tritt auf der Rückseite nicht in Erscheinung. Es bestehen gewisse Ähnlichkeiten mit Bouclé- und Wilton-Teppichen; hier sind die Schlingen jedoch aufgeschnitten.
Brussa-Teppiche
kleine Teppiche aus Seide, auch als Gebetsteppich in der Familie verwendet (sog. Saff). Die Teppiche werden in Brussa (Bursa) südlich der Marmara-Bucht in der nordwestl. Türkei hergestellt.
Brüssel-Teppiche
anderer Name für Bouclé-Teppiche.
Buchara-Teppiche
anderer Name für Bochara.
Bukhara-Teppiche
anderer Name für Bochara-Teppiche.
Burchalow
od. Borchalou-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus dem Burchalow -Bezirk östlich der Stadt Hamadan (westlicher Iran). Die hochwertigen Teppiche haben Medaillon- und Blumenmotive; Kette und Schuss aus Baumwolle.
Bursa - Teppiche
anderer Name für Brussa - Teppiche
Burujird - Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Irak und dem Adschemidi-Bezirk im Iran.
C
Chaudor-Teppiche
anderer Name für Tjaudor.
Chelsea-Teppich
handgeknüpfter persischer Teppich aus dem 16. Jahrhundert. Der Teppich ist nach seinem Fundort benannt, nämlich einem Antiquitätengeschäft im Londoner Stadtteil Chelsea. Er befindet sich heute im Victoria and Albert Museum von London. Er misst 549 x 300 cm; Flor aus Wolle, Kette und Schuss aus Seide, Knüpfdichte ca. 750.000 Knoten pro Quadratmeter. Blumenmotiv auf rotem Grund mit zwei Medaillons in Blau sowie Vogel- und Tiermotive. Wahrscheinlich in Täbris gefertigt, aber auch Indien oder Herat werden als Herkunftsgebiete gemutmaßt.
Chenilleflor
Webtechnik, die eine flaumige Oberfläche schafft. Wird zur Herstellung von Teppichen verwendet; bei maschineller Fertigung werden solche Teppiche Axminsterteppiche genannt.
Chi-Chi-Teppiche
anderer Name für Tji-Tji-Teppiche.
Chinesische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche auch China.
Chorasan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Provinz Chorasan (nordöstl. Iran). Heute ist Maschad die bedeutendste Bezirksstadt; die Teppiche haben typisch persische Muster mit Medaillon, aber auch Boten- (Mandel-) und Herati- (Rosetten-) Muster kommen vor. Die Teppiche sind robust dank der hohen Wollqualität, die sie weich und schmiegsam macht. Aus der Gegend kommen auch Dorukhsh-, Birjand-, Moud-, Nain- und Kaschmar-Teppiche.
Choremabad-Teppiche
handgeknüpfte Nomadenteppiche aus dem Loristanbezirk im Iran.
Chotan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Ostturkestan (Xinjiang- od. Sinkiang-Provinz in China). Mit kräftigem Wollgarn geknüpft. Geometrische und altchinesische Motive.
Chromfarben
synthetische Farben, die manchmal für die Färbung des Teppichgarns verwendet werden.
Chuval
anderer Name für Tjuval
D
Dagestan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Dagestan; sie dienten früher häufig als Gebetsteppiche. Teppiche, die vor 1925 geknüpft wurden, haben klare Pflanzenfarben und sind ganz aus Wolle. Bei jüngeren Teppichen sind Kette und Schuss aus Baumwolle. Das Garn ist synthetisch gefärbt. Die Teppiche mit ihrem geometrischen Muster haben häufig einen Grauton, der vom Verschleiß des Flors durch zu kräftige Reinigung herrührt. Auch handgewebte Teppiche werden hier in großer Zahl hergestellt. Die Teppiche werden auch unter den Namen Derbent, Mikrach oder Achty verkauft.
Demirdschi-Teppiche
handgeknüpfte türkische Teppiche mit Kulamuster und dunklen Farben.
Derbent-Teppiche
benannt nach der Stadt Derbent in Dagestan (zwischen Kaspischem Meer und nördl. Kaukasus). Sie haben meist geometrische Muster. Derbent kann allerdings auch Dagestan-Teppiche geringerer Qualität bezeichnen. Vor 1925 angefertigte Teppiche haben längeren Flor, weniger Farben und gröbere Knoten.
Dergesin-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem gleichnamigen Dorf im Hamadanbezirk im Iran. Hier entstehen zahlreiche Galerieteppiche. Die Gegend gehört zu den wichtigsten Teppichgegenden des Hamadanbezirks.
Dhurrie
anderer Name für Dorri.
Dorfteppiche
Sammelbezeichnung für Teppiche, die in Bauerndörfern vor allem im Iran geknüpft werden.
Dorri
auch Dhurrie od. Durrie genannt. Dies ist ein indischer Teppich aus Baumwolle; wird in ganz Indien hergestellt. Ähneln den schwedischen handgewebten Teppichen ("Röllakan"), die man ebenfalls auf beiden Seiten anwenden kann. Sie sind sehr beliebt, da sie verschleißfest, preiswert und farbenfroh sind.
Dorukhsch-Teppiche
genannt nach dem gleichnamigen Ort in der Gegend von Qainat im Iran. Die Motive dieser handgeknüpften Teppiche sind Blumen und Medaillons. Teppiche älteren Datums haben eine Wollkette, jüngere eine Baumwollkette. Siehe auch unter Chorasan-Teppiche.
Dosar
anderer Name für Dozar.
Dozar
Größenbezeichnung für handgeknüpfte Teppiche: von 200 x 120 cm bis 210 x 140 cm.
Drak-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Kaukasus und dem nördl. Iran. Sie wurden von Armeniern im 16. bis zum 19. Jahrhundert gefertigt. Sie zählen zu den ältesten Teppichen des Kaukasus-Gebiets. Vorherrschende Farbe ist Rot. Die Knüpfdichte beträgt ca. 150.000 Knoten pro Quadratmeter. Das Muster ahmt älterer Kirman-Teppiche nach, die ihrerseits von chinesischen Teppichen angeregt wurden. Die Details bestehen aus stilisierten Blättern, Blumen, Bäumen, Palmetten, Drachen und dem Vogel Phönix.
Dschabrail-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Karabachbezirk im südl. Kaukasus; Muster: Mandelmotiv (Mir-e Boteh).
Dschoscheghan-Teppiche
anderer Name für Joschagan-Teppiche.
Durrie
anderer Name für Dorri-Teppich.
E
Echte Teppiche
häufige Bezeichnung für handgeknüpfte orientalische Teppiche.
Ekbatana-Teppiche
dichte und robuste Teppiche aus dem Hamadanbezirk im Iran.
Elluru-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der indischen Stadt Elluru.
Elwend-Teppiche
handgeknüpfte persische Teppiche aus dem Hamadanbezirk im Iran.
Emoghli
andere Schreibweise des Namens des bekannten Teppichknüpfers Amoghli.
Endschelos-Teppiche
(auch Endschilas, Indschilas od. Indschelas), kommen aus der Stadt Endschelos bei Hamadan im Iran. Das Mittelfeld besteht entweder aus dem Herati-Muster (Rosetten, Blumen u. blühende Zweige) oder aus dem die gesamte Fläche deckenden Boteh- (Mandel-) Muster. Vereinzelt kommen auch Medaillon-Muster vor. Die vorherrschenden Farben sind Rot, Blau und Grün.
Endschilas-Teppiche
anderer Name für Enjelos-Teppiche.
Enessi
anderer Name für Engsi.
Engsi
handgeknüpfter turkmenischer Zeltvorhang, der wie ein Teppich geknüpft wird. Dieser Vorhang dient sozusagen als Tür ins Zelt. Er wird in Saronim-Größe hergestellt (ca. 150 x 100 cm). Das Muster wird Hatchlu genannt, ein kreuzähnliches Muster. Im Iran wird dieses Muster pardeh od. purdah genannt.
Enjilas-Teppiche
auch Enjelos-Teppiche genannt.
Ensi
ein anderer Name für Engsi
Erivan- (Jerewan-) Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus und um die armenische Hauptstadt. Diese Teppiche wurden früher auch als Kasak-Teppiche bezeichnet. Die neueren Teppiche haben eine Kette aus Baumwolle.
Ersari-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Norden Afghanistans. Ersari ist eine Bezeichnung für ältere afghanische Teppiche und der Name eines Stammes, der hier und in Turkmenistan lebt. Sie sind an der rostroten Farbe zu erkennen sowie dem achteckigen Muster und der schmaleren Bordüre. Teppiche, die in den 80er Jahren gefertigt wurden, sind auch von den kriegerischen Ereignissen beeinflusst. Man sieht Motive mit Panzern, Maschinengewehren, Hubschraubern und Soldaten. Im Westen sind diese Teppiche weitgehend unbekannt.
Esfahan-Teppiche
ein anderer Name für Isfahan.
Eskischer-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Ort Eskischer westl. von Ankara.
F
Fachralo- od. Fechraly-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der gleichnamigen Stadt im Kaukasus. Häufiges Muster ist ein großes Medaillon in der Form eines horizontalen Rechtecks. Kommt auch als Gebetsteppich vor. Sie auch unter Kasak-Teppiche.
Farahan-Teppiche
auch Ferahan u. Feraghan genannt, handgeknüpfte Teppiche aus dem Farahandbezirk im westlichen Iran. Die robusten Teppiche haben Herati- od. Mina Chani-Muster (Rosetten u. Blumen). Die vorherrschenden Farben sind Rot und Blau (Pflanzenfarben). Auch Medaillons kommen vor. Ältere Teppiche gelten als exklusiv und sind sehr teuer.
Farsi baff
anderer Name für den persischen Knoten (auch asymmetrisch und Senneh genannt).
Fars-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der iranischen Provinz Fars (am Persischen Golf). Die Stadt Schiras ist ein wichtiger Handelsort, in dem die Teppiche der Bewohner und Nomaden dieser Gegend verkauft werden. Von den Nomaden haben die Ghaschghai den besten Ruf als Teppichknüpfer, aber auch die Teppiche der Lori und Afscharen sind beliebt. Typisch sind hier die in zwei Farben genähten Kanten der Längsseiten (Schirasi) der Teppiche. Es wird Wolle hoher Qualität verwendet. Die Teppiche sind robust und haben einen ansprechenden Glanz. Die Kette ist auch aus Wolle. Die Wolle stammt von den eigenen Schafherden der Nomaden. Zu den Fars-Teppichen gehören auch Schiras, Lori, Khamseh, Abadeh und Afschar. Der Stamm der Ghaschghai knüpft auch die bekannten Gabbeh-Teppiche.
Fatimas Hand
die Hand symbolisiert die fünf Pfeiler des Islam (Glaubensbekenntnis, Gebet, Wallfahrt, Einhalten der Fastenzeit und das Geben von Almosen). Fatima war die jüngste Tochter des Propheten Mohammed. Das Handmuster des Teppichs zeigt auch an, wo man die Hände beim Gebet platzieren sollte. Das Symbol wird auch als Amulett an Türpfosten sowie an persischen und kaukasischen Gebetsteppichen verwendet.
Ferahan-Teppiche
anderer Name für Farahan
Ferdovs-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der gleichnamigen Stadt im Nordosten des Iran. Sie sind kleiner im Format und ähneln Belutsch-Teppichen.
Figural-Teppich
ein Teppich, dessen Mittelfeld Tier- und Menschenfiguren aufweist.
Flachs
(Linum usitatissimum), landwirtschaftliche Leinenpflanze. Sie wächst vor allem in gemäßigten und subtropischen Klimazonen, besonders in der Nähe des Mittelmeers. Flachs wurde manchmal für Kette und Schuss in dicht geknüpften orientalischen Teppichen verwendet.
Flickenteppich
üblicher Teppich in schwedischen Wohnungen. Bei der Fertigung verwendet man verschiedene Tuchstücke (Flicken), die im Webstuhl zu einer Einheit gewebt werden. Vorläufer des Flickenteppichs war das Flickengewebe. Erst um 1860 legte man diese Textilien auf den Fußboden. Der Grund war, dass bei der Papierherstellung nicht mehr Stofflumpen, sondern nur noch Papierfaserstoff verwendet wurden; aus den Lumpen konnte man daher Teppiche weben.
Fliegender Teppich
ein magischer Teppich, auf dem man Platz nimmt und durch die Lüfte fliegt. Beliebtes Transportmittel in orientalischen Sagen und Kinderbüchern.
Flokati-Teppiche
handgefertigte Hirtenteppiche aus Griechenland mit langem Flor. Sie sind meist aus ungefärbter Schafwolle, aber auch eine kräftige Färbung des Garns kommt vor. Sie haben weder Muster noch besondere Ausführung.
Flor
oberste Schicht eines Teppichs, die aus gefärbten, kurzen, senkrecht aus der Kette ragenden Wollfäden besteht. Sie machen Oberfläche und Muster des Teppichs aus. Der Flor kann geschnitten sein. Jeder Faden kann aus einem losen Ende, aber auch aus Schlingen bestehen.
Flossa-Teppich
ähnelt schwed. Knüpfteppichen, hat aber sehr viel kürzeren Flor. Er wird aus Wolle gefertigt; die Schussfäden sind nicht sehr zahlreich.
Fusseln
der Überschuss an Fasern eines handgeknüpften Teppichs. Ein neuer Teppich enthält mehr Fusseln als ein alter, da er noch nicht so häufig staubgesaugt wurde. Man sollte sich aber nicht bemühen, sämtliche Fusseln auf einmal zu entfernen, da dies den Teppich unnötig verschleißt. Man sollte also nicht mehr als gewöhnlich staubsaugen.
G
Gabbeh-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche der Ghaschghai-Nomaden aus der Provinz Fars im südlichen Iran.
Galerie-Teppich
lange, schmale Teppiche für Flur und Korridor. Die Länge eines Galerieteppichs beträgt mindestens die dreifache Breite. Die Längen reichen von ca. 2,5 m bis zu 20 Metern, die Breite liegt zwischen 0,5 bis 1,5 m. Der persische Name ist "Kenareh".
Gartenmuster
(Kheschti), auch Mosaik- oder Feldmuster genannt. Dies ist ein übliches Muster u.a. von Bachtiar-Teppichen. Es bezeichnet den persischen Garten mit stilisierten Bäumen und Blumen in quadratischen oder ovalen Feldern. Es tauchte zuerst im Persien des 16. Jahrhunderts auf.
Gaschgüli
anderer Name für Kaschkooli.
Gebetsteppich
wird von Mohammedanern beim Gebet verwendet. Die Teppiche sind mit sog. Gebetsnischen (Mihrab-Muster) geschmückt; die Gebetsnische zeigt in Richtung Mekka. Diese kleinen Teppiche (höchstens in Saronim-Größe = 150 x 100 cm) schaffen sozusagen einen Freiraum zur Andacht und zum Gebet. Sie können mühelos zusammengerollt und transportiert werden. Neben handgeknüpften Gebetsteppichen kommen auch maschinell hergestellte vor; diese sind jedoch von geringerer Qualität.
Gendje-Teppiche
anderer Name für Gjandzja.
Georawan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Dorf Georawan bei Heris (Iran).
Gerati-Muster
auch Herati genannt; stark stilisiertes Rauten- und Rosettenmotiv. Wird u.a. bei Beschir-Teppichen verwendet.
Gerus-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Gerus-Bezirk (Iran).
Gharaghan-Teppiche
robuste handgeknüpfte Medaillon-Teppiche in dunklen Farben aus dem Hamadanbezirk (Iran).
Ghaschghai-Teppiche
auch Gaschghai geschrieben.
Ghaschghai-Teppiche
auch Qaschqai, Gaschgai, Gaschghai od. Kaschgai genannt. Handgeknüpfte Nomadenteppiche aus der Provinz Fars (Iran).
Ghiasabad
Stadt in der Nähe von Ghom (Iran). Hier entstehen Teppiche aus glänzender Mohair-Wolle (Angorawolle wie auch bei Farahan-Teppichen).
Ghiordes-Knoten
auch türkischer Knoten nach der Stadt Ghiordes (Gördes) in der Türkei.
Ghiordes-Teppiche
Teppiche aus der Stadt Ghiordes (Türkei). Die meisten Teppiche sind mittleren Formats (Dosar) und haben eine Gebetsnische. Die vor 1880 geknüpften Teppiche sind von hoher Qualität. Imitationen werden u.a. in Kayseri und Hereke hergestellt und so behandelt, dass sie "alt" aussehen.
Ghom-Teppiche
auch Qom, Ghome, Gom od. Khum genannt, Exklusive handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Ghom im Iran.
Gjandscha-Teppiche
auch Gendje od. Ganja genannt, handgeknüpfte Teppiche aus Gjandscha im Kaukasus. Die geometrischen Muster bestehen aus diagonalen Linien mit Mandelmotiv (Boteh); sie ähneln denen von Kasak- und Karabach-Teppichen.
Goldafghan-Teppiche
Bezeichnung von gebleichten, ursprünglich roten afghanischen Teppichen. Nach dem Bleichen erhalten die Teppiche einen goldbronzenen Farbton. In bestimmten Fällen ist aber bereits das Wollgarn vor dem Knüpfen Gold gefärbt.
Golpayegan
handgeknüpfte Teppiche aus der Sarugh - Gegend im Iran. Sie werden in verschiedenen Mustern mit einem Medaillon in der Mitte und deutlich abgesetzten Kanten gefertigt. Die verschleißfesten Teppiche haben Muster, die von der britischen Kolonialherrschaft des 19. Jahrhunderts beeinflusst sind.
Goltugh-Teppiche
auch Goltuk, Koltuk oder Qoltug genannt; handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Sanjan im nordwestlichen Iran. Dies sind Kurdenteppiche, die in der Mitte ein großes Sechseck sowie stilisierte Blumen in den Farben Rot, Braun und Beige haben. Diese robusten Teppiche hoher Qualität werden mit doppelten Schussfäden geknüpft.
Gujar-Khan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Gegend östlich von Rawalpindi in Pakistan.
Gül
Bezeichnung von bestimmten Blumenmotiven auf orientalischen Teppichen. Das Motiv wird häufig über den gesamten Teppich wiederholt. Das persische Wort gol bedeutet "Rose" oder "Blume"; diese kommen in verschiedenen Gül-Motiven vor.
Gwalior-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Gwalior in Indien.
Göl
Bezeichnung eines achteckigen Musters auf orientalischen Teppichen. Dieses Muster wiederholt sich über den gesamten Teppich und ist in Pakistan üblich.
H
Habibian
bekannter Teppichknüpfer aus dem Iran. Fathollah Habibian lebte von 1903 bis 1995 in Nain (Iran). Zusammen mit seinem Bruder begann er 1920 mit der Teppichknüpferei; er wird auch der Vater der Nain-Teppiche genannt. Echte Habibian-Teppiche sind so selten, dass Teppiche geringerer Qualität mit seinem Namen gefälscht werden. Die von ihm geknüpften Teppiche haben eine Qualität von 6La oder 4La, jedoch nie die geringere 9La-Qualität.
Hali
ührende Zeitschrift der Welt für orientalische Teppiche und Textilien. Der Name der Zeitschrift bedeutet Teppich auf Türkisch. Sie wurde 1978 in London gegründet.
Hamadan-Teppiche
handgeknüpfte und robuste Teppiche aus Hamadan (Iran) und Umgebung.
Hamedan
anderer Name für Hamadan.
Hanf
(Cannabis sativa) ist eine Pflanze, die ursprünglich in Zentralasien zu Hause ist. Sie wird vermutlich seit mehr als 4500 Jahren angebaut. Die einjährige Pflanze wird für drei Bereiche verwendet: Textilfasern, Hanföl und medizinische bzw. narkotische Stimulantia. Die Hanffaser ist eine kräftige, widerstandsfähige und wasserfeste Faser. Daher wird sie auch in Teppichen und Matten, aber auch für Schnüre, Netze und Seile verwendet.
Hatchlu-Muster
ein kreuzähnliches Muster auf turkmenischen Zeltvorhängen (sog. Engsi od. Enessi od. Ensi). Die Muster enthalten vier Felder, die zusammen ein Kreuz bilden (ohne religiöse Bedeutung). Das Kreuz wird "Hatchlu" genannt.
Herat-Belutsch-Teppiche
(siehe auch Belutsch-Teppiche), handgeknüpfte Nomadenteppiche aus dem Grenzgebiet zwischen Iran und Afghanistan.
Herati-Muster
häufig vorkommendes Muster von handgeknüpften Teppichen, benannt nach der Stadt Herat im nordwestlichen Afghanistan. Es wird auch Fischmuster genannt.
Hereke
seit Mitte des 19. Jahrhunderts Herstellungs-Ort in der westlichen Türkei für handgeknüpfte Seidenteppiche. Vorbild waren die persischen Ghiordes-Teppiche.
Hereke - Seidenteppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Hereke am Marmara - Meer (Türkei).
Heris
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Heris (Iran).
Holbein-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Gegend von Bergama (Türkei). Diese älteren Teppiche sind nach dem Maler Holbein (1465-1524) benannt.
Hosseinabad- od. Huseinabad-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Dorf Hosseinabad im nordwestl. Iran. Dies sind dicke, robuste und versschleißfeste Teppiche, geknüpft mit türkischem Knoten. Sie haben oft das typische Herati - Muster und sind von älteren Farahan-Teppichen beeinflusst.
Hyderabad-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Hyderabad im Süden Pakistans.
I
Ilan-Muster
ein stilisiertes Wolkenbandmuster, das von kleineren, den ganzen Teppich bedeckenden Mustern umgeben ist.
Indische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Indien.
Indschelas-Teppiche
auch Enjelos genannt.
Indschilas-Teppiche
auch Enjelos genannt.
Iranische Teppiche
ein anderes Wort für persische Teppiche.
Isfahan
od. Esfahan-Teppiche, Exklusive handgeknüpfte Teppiche aus Isfahan (Zentraliran).
Ismir
od. Smyrna-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Ismir (früher Smyrna) an der türkischen Ostküste. Ältere Teppiche hatten großformatige Blumenmotive und waren in Europa dank ihres geringen Preises sehr beliebt. In der Stadt selbst werden keine Teppiche mehr geknüpft. Allerdings ist Ismir ein Handelsplatz für Teppiche aus der Umgebung.
Isparta
od. Sparta-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Isparta (südwestl. Türkei). Diese Teppiche sind uninteressant und minderwertig. Die Muster sind Imitationen anderer türkischer, persischer und kaukasischer Teppiche.
J
Jagdmotiv
ein übliches Motiv persischer figurativer Teppiche, das vermutlich seinen Ursprung in den Jagdszenen chinesischer Gemälde hat. Hier sind oft der Jäger zu Pferd sowie Hirsche, Raubtiere und blühende Bäume abgebildet, eingerahmt von einer kräftigen Bordüre.
Jagd-Teppich
ein häufig handgeknüpfter, figurativer Teppich mit Jagdmotiven. Der Jagdteppich im Schloss zu Stockholm ist ein gut erhaltenes Exemplar aus einer Hofmanufaktur. Er kommt vermutlich aus Keschan (Iran) und stammt aus dem späten 16. Jahrhundert. Das Muster besteht aus einem großen Medaillon, das von Jagdszenen umrahmt ist. Der Teppich gehört zu den besten handgeknüpften Exemplaren, die erhalten sind; zu ihnen gehören zwei ähnliche Jagdteppiche, die im Österreichischen Museum für angewandte Kunst (Wien) und im Museo Poldi Pezzoli (Mailand) zu sehen sind.
Jaipur-Teppiche
kommen aus dem indischen Jaipur-Bezirk.
Jerevan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der armenischen Hauptstadt. Sie sind von den Motiven und Mustern anderer Kaukasus-Teppiche beeinflusst. Ältere Teppiche werden auch Eriwan- od. Erevan-Teppiche genannt und sind sehr gesucht. Teppiche neueren Datums machen Anleihen bei übrigen Kaukasus-Teppichen.
Jomut-Teppiche
auch Yomut genannt.
Joraghan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Hamadanbezirk (Iran).
Josan-Teppiche
gefertigt im Dorf Josan (nordwestl. Iran). Die hochwertigen Teppiche ähneln in ihrer Motivwahl den Sarugh-Teppichen vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Muster hat zierliche Vasenmotive oder Medaillons mit od. ohne Eckenmotive. Die Teppiche werden auch Josan Sarugh od. Malayer Sarugh genannt; die Qualität entspricht der von Sarugh und Malayer.
Joschagan- od. Djoscheghan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Joschegan (Zentraliran). Hier werden Teppiche seit dem 18. Jahrhundert geknüpft. Sie haben ein Medaillon mit Rauten, die geometrische Motive enthalten. Sonstige Muster sind Minah Chani sowie Gül in Henna- und Trauerweide-Motiven. Häufige Farben dieser robusten Teppiche sind Blau, Rot und Beige.
Juftiknoten
türkischer od. persischer Teppichknoten, der um vier statt um zwei Kettenfäden geschlungen wird. Das Knüpfen erfolgt also wesentlich schneller, dafür ist der Teppich wesentlich weniger haltbar.
Jute
(Corchorus), eine Bastfaser, die u.a. zur Herstellung von Garn verwendet wird. Das Material kam früher in indischen Teppichen (als Kettenfaden) vor. Die Haltbarkeit ist gering, da die Faser hart und spröde ist. Die Kürze der Fasern erschwert auch das Spinnen.
K
Kaba-Karaman-Teppiche
stammen von Nomaden der Stadt Karaman im Konja-Bezirk (Türkei). Die grob geknüpften Teppiche haben oft kaukasische Muster.
Kabistan
ein vornehmerer Name für Schirwan-Teppiche einer bestimmten Größe (Kellei).
Kairo-Teppiche
ältere handgeknüpfte Teppiche aus der ägyptischen Hauptstadt. Sie entstanden in der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert und sind mit ihren Arabesken, Palmetten und Medaillons von persischen Teppichen angeregt.
Kaiseri-Teppiche
anderer Name für Kayseri.
Kamelhaarwolle
od. Kamelwolle, wird heute nur selten für Teppiche verwendet, da die Wolle bei feucht-warmem Wetter einen unangenehmen Geruch verströmt.
Karabach- od. Karabagh-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem südl. Kaukasus. Sie zählen zu den großformatigen Teppichen aus diesem Gebiet. Ihr Muster ist oft geometrisch, aber auch stilisierte Blumen kommen vor.
Karachop-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Tiflis (südl. Kaukasus). Man erkennt sie leicht an ihrem typischen Muster mit großem Achteck in der Mitte und zwei Rechtecken daneben. Anatolische Einflüsse sind zu erkennen. Siehe auch Kasak-Teppiche.
Karadach-Teppiche
handgeknüpfte Galerieteppiche aus den Bergen des Karadach-Bezirks nahe dem Kaukasus.
Karadja-Teppiche
anderer Name für Karaje.
Karagheus-Teppiche
stammen aus dem Hamadanbezirk (Iran). Sie werden von Kurden geknüpft. Muster: geometrische Medaillons. Sie haben eine gute Qualität und ähneln Feraghan-Teppichen.
Karaja-Teppiche
anderer Name für Karaje.
Karaje-, Karadjscha-, Karaja-Teppiche
lange handgeknüpfte Teppiche aus Karaje (Iran). Man erkennt sie am sechseckigen Medaillonmuster, das mit Haken versehen ist. Hauptfarben sind Rot und Blau.
Karatjop-Teppiche
anderer Name für Karachop.
Karatschi-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Karatschi und Umgebung (Pakistan).
Karistan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Rumänien.
Kasak- od. Kazach-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem südlichen und zentralen Kaukasus. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Teppiche einen langen Flor und starke Farben; sie wurden nach dem Dorf Kasak benannt. Die grob geknüpften, aber robusten Teppiche dieses Namens kommen heute meist aus Pakistan und Indien.
Kasakja
Bezeichnung für einen kleineren Kasack-Teppich.
Kaschan-Teppiche
anderer Name für Keschan.
Kaschgai-Teppiche
anderer Name für Ghaschghai.
Kaschgar-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Kaschgar (Provinz Xinjiang in West-China). Hier wurden im 18. Jahrhundert Seidenteppiche mit Schussfäden aus Gold und Silber geknüpft.
Kaschkooli
Gaschgüli, Kaschkoli; Bezeichnungen für bessere Gabbeh-Teppiche der Ghaschghai-Nomaden; sie haben kürzeren Flor und dichtere Knoten.
Kaschmar-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Kaschmargegend im nordöstl. Iran. Die Teppiche haben oft ein zentrales Medaillon, das von stilisierten Blumen umgeben ist. Siehe auch Chorasan-Teppiche.
Kaschmir-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem pakistanischen und indischen Kaschmir. Die Teppichknüpferei reicht hier bis ins 15. Jahrhundert zurück. Heute werden die Teppiche mit guter Wolle und relativ dichten Knoten gefertigt; sie erinnern teilweise an pakistanische Teppiche.
Kaukasische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Gegenden im und um den Kaukasus.
Kaxgar-Teppiche
anderer Name für Kaschgar.
Kayseri - Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Kayseri (Türkei). Die meisten Teppiche sind Kopien von Gebets- (Ghiordes-) oder persischen Teppichen. Auch Kelims und Seidenteppiche werden geknüpft.
Kelim
(türkisch: Kilim, von persisch Gilim = grob gewebte Decke). Kelim ist die Bezeichnung eines üblichen persischen Gewebes, bezeichnet aber auch das Fertigungsverfahren. Persische Kelims werden hauptsächlich von Nomaden hergestellt, als Teppiche (ohne Flor) oder als Taschen und Zeltvorhänge. Das farbige Musterbild eines Kelims wird von den Schussfäden gebildet. Beim Wenden des Fadens entsteht ein kleiner Leerraum, der nicht zu groß sein darf. Dadurch wird das treppenförmige Muster geschaffen, das für Kelims typisch ist. Vorder- und Rückseite des Kelims sehen gleich aus. Die Fadenenden sind normalerweise nicht sichtbar, sie können aber auch frei aus der Rückseite des Teppichs hängen.
Kellegi
Bezeichnung eines Teppichs in einer persischen Wohnung. Kelligi ist der Teppich, der in einem persischen Zimmer quer über die übrigen Teppiche gelegt wird. Nach diesem Teppich hat die Größenbezeichnung Kelley ihren Namen.
Kelley
od. Kellei, Größenbezeichnung für persische Teppiche, wobei die Länge ca. 300-400 cm und die Breite mindestens 120 cm beträgt.
Kemere-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche robusteren Typs aus einigen Dörfern um Hamadan im Iran.
Kenaréh
Größenbezeichnung länglicher orientalischer Teppiche (sog. Galerieformat); die maximale Breite beträgt ca. 120 cm.
Kerman-Afschar-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem südöstlichen Iran.
Kerman
od. Kirman-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Kerman im südöstl. Iran. Man erkennt sie leicht am großen Medaillon in der Mitte, häufig auf rotem Grund.
Kerman - Lavar
-od. Kerman-Raver-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Ravar nördlich von Kerman. Von hier kommen die besseren Kerman-Teppiche und erhalten dabei die Bezeichnung Ravar oder Laver
Keschan
-od. Kaschan-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Kaschan und Umgebung (Zentraliran).
Kette
bezeichnet die Längsfäden, die am Webstuhl befestigt werden und die als Basis für die Knüpfwolle des entstehenden Teppichs dienen. An die Kette wird also das Wollgarn des Flors geknüpft. Zwischen Kettenfäden und Flor werden noch sog. Schussfäden befestigt, um den Teppich stabil zu machen.
Khal Mohammadi
Teppiche aus Dörfern und Werkstätten in Afghanistan unter der Leitung von Khal Mohammad. Sie sind widerstandskräftig und von hochwertiger Qualität. Die Farben sind natürliche Pflanzenfarben.
Khamse-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem gleichnamigen Bezirk südwestlich von Sanjan im nordwestlichen Iran (siehe auch Hamadan-Teppiche). Die Teppiche gelten als minderwertig.
Kheft
Qualitätsmarkierung von Isfahan-Teppichen, die aus verschieden farbigen Kettenfäden besteht.
Kheschti
anderer Name für das Gartenmotiv, das in Moud- und Bachtiar-Teppichen vorkommt.
Khila-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Gegend um Baku in Aserbaidschan.
Khorjin
kleine Satteltasche aus Persien und der Türkei.
Kiaba
Größenbezeichnung für Teppiche aus Schirwan im Kaukasus (ca. 170 x 270 cm oder länger).
Kilim
anderer Name für Kelim.
Kir-Scher-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Kir-Scher (Türkei). Hier entstehen vor allem Gebetsteppiche aus glänzender Wolle.
Kirman-Laver-Teppiche
anderer Name für Kerman-Ravar.
Kirman-Teppiche
anderer Name für Kerman.
Kisyl-Ajak-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche eines turkmenischen Stamms im südlichen Anatolien.
Klardascht-Teppiche
aus dem Dorf Klardascht im nördl. Iran.
Koliai-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche der Koliai (Kurden), eines Volks von Halbnomaden aus der Gegend nördlich von Songhor im westl. Iran.
Koltuk-Teppiche
anderer Name für Goltuk.
Kolyai-Teppiche
anderer Name für Koliai.
Komat-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche mitteldichter Qualität aus dem Irak-Ajemibezirk (Iran).
Konja
od. Konia-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Konja (westl. Türkei). Hier werden seit Beginn des 12. Jahrhunderts Teppiche geknüpft. Im 19. u. 20. Jahrhundert entstandene Teppiche verwenden häufig Erdfarben. Die jüngere Produktion besteht meist aus Gebetsteppichen.
Korkwolle
die feinste Wolle des Schafes; sie wird am Nacken geschoren. Wird für exklusive Teppiche verwendet.
Koy-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem iranischen Aserbaidschan. Sie ähneln den Täbriz -Teppichen.
Krönungsteppich in Kopenhagen
handgeknüpfter orientalischer Teppich im Schloss Rosenborg zu Kopenhagen. Er hat die Maße 528x310 cm und stammt vermutlich aus Isfahan (Iran). Er wurde 1666 dem dänischen Königshaus von der niederländischen Ostindischen Handelsgesellschaft geschenkt. Seit 1699 wird sie bei den Krönungen des dänischen Hofes verwendet und jährlich eine Woche im Oktober ausgestellt.
Kuba-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Kuba und Umgebung (südlich von Derbend im östl. Kaukasus). Hier werden auch Kelims, aber vor allem kleinere handgeknüpfte Teppiche in reinen Farben mit geometrischen Mustern hergestellt. Zu den Kuba-Teppichen zählen u.a. Karagasjli-, Konagend-, Tji-tji-, Perepedil-, Zejchur- und Zejva-Teppiche.
Kufische Borte
anderer Name für Schirwanborte.
Kula- od. Kulah-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Kula (westl. Anatolien). Die Teppiche (Gebetsteppiche) haben oft ein Mihragmuster und sind erkennbar an den besonderen Hauptborten mit ihren Streifen und Blumenmotiven.
Kum-Kapu-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Kumkapi in Istanbul (Türkei). Armenische Teppichknüpfer schufen hier dichte Teppiche aus Seide, manchmal mit Gold- u. Silberfäden durchzogen. Die Muster wurden persischen Teppichen entliehen. Berühmte Teppichknüpfer waren Hagop Kapoukjian, Zareh Penyamin, Garabed Apelian und Tossourian. Sie signierten ihre Teppiche, und der Name Kum-Kapu ist ein Begriff für beste anatolische Seidenteppiche.
Kurdische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche kurdischer Nomaden, Halbnomaden oder Dorfbewohner im Südosten der Türkei und im westl. Iran. Zu kurdischen Teppichen zählen u.a. Bachtiar-, Bidjar-, Gholtogh-, Koliai- und Sennateppiche.
L
La
(persisches Wort für Schicht). Eine Qualitätsbezeichnung für Nain-Teppiche hinsichtlich der Anzahl von Fäden, die in jedem Kettenfaden enthalten sind.
Lâdik-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Dorf Lâdik (Türkei). Im 18. Jahrhundert wurden hier vor allem Gebetsteppiche mit typischem Mihrabmuster hergestellt. Hauptfarben waren Rot und Blau. Heute werden hier Teppiche mit persischen Blumenmotiven geknüpft.
Lahore-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Lahore im Punjab (Pakistan). Heute werden hier Teppiche mit turkmenischem Design geknüpft.
Langettierung
die Verzierung der Teppichränder an den Längsseiten. Bei Nomadenteppichen sind diese häufig zweifarbig.
Laver-Kerman-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem südöstl. Iran. Siehe auch Kerman-Ravar-Teppiche.
Lebensbaum
detailliertes Muster mit buddhistischen oder islamischen Symbolen, kommt aber auch in der europäischen und skandinavischen Mythologie vor. Häufig auf Gebetsteppichen und anderen Teppichen zu sehen.
Leiha-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Leiha in Pakistan.
Lesghi-Teppiche
anderer Name für Lezgi.
Lesghian-Teppiche
anderer Name für Lezgi.
Lezgi-, Lesghi-, Lesghian-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche türkischer Gebirgsstämme aus dem nordöstl. Kaukasus. Üblichstes Muster ist ein Stern (der sog. Lesghi-Stern) mit acht Zacken und vier Pfeilen im Hintergrund, was den Eindruck von insgesamt 12 Zacken erweckt.
Lilihan- od. Lilian-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Dorf Lilihan im Arakbezirk (westl. Iran). Die robusten Teppiche ähneln Sarug-Teppichen mit rotem Mittelfeld und Medaillon.
Lorestan-, Luristan- od. Loristan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche vom Volk der Luri. Diese Nomaden leben südwestlich von Isfahan (Iran). Die Teppichmuster sind geometrisch, vorherrschende Farben sind Dunkelblau und Rot. Die Kette ist aus Wollgarn und Ziegenhaar; die Randstickereien sind zweifarbig.
Lori-Teppiche, auch Lorestan od. Luristan
genannt, Nomadenteppiche aus dem Sagrosgebirge (westl. Iran). Die robusten Teppiche gelten im Verhältnis zu ihrer guten Qualität als preiswert und sind ihrer Leuchtkraft und des weichen Flors wegen sehr beliebt.
Lotto-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche, so genannt nach dem italienischen Renaissancemaler Lorenzo Lotto, der sie entwarf. Die zu den Usak-Teppichen gehörigen Produkte erkennt man an ihrem roten Grund mit gelben, geometrischen Motiven.
Luristan-Teppiche
anderer Name für Lorestan.
M
Mahal-Teppiche
aus dem westl. Teil des Zentraliran (Sarugh-Gebiet). Die Teppiche haben verschiedene Muster mit einem Medaillon in der Mitte und einem deutlichen Rahmen, was auf den Einfluss der britischen Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert zurückzuführen ist. Mahal-Teppiche sind sehr verschleißfest.
Mahalat
anderer Name für Mahal-Teppiche.
Malayer-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Malayer im nordwestl. Iran. Die hübschen Teppiche haben häufig ein geometrisches Medaillon sowie Heratimuster. Sie ähneln teilweise den Sarugh-Teppichen.
Mamelucken-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Ägypten. Sie entstanden in Kairo unter der Mameluckenherrschaft (1260-1517). Die großen Teppiche haben komplexe geometrische Muster. Hauptfarben sind Rot, Blau und Grün.
Marby-Teppich
handgeknüpfter Nomadenteppich mittlerer Größe, aufgefunden in der Kirche von Marby in der schwed. Provinz Jämtland. Er entstand vermutlich in der Mitte des 15. Jahrhunderts in Anatolien od. im südl. Kaukasus. Er befindet sich heute im Historischen Museum zu Stockholm Das Muster besteht aus zwei achteckigen Medaillons mit stilisierten Vögeln; der Teppich ist ganz aus Wolle. Er war früher zweigeteilt, wurde aber später zusammengefügt. Der Marby-Teppich ähnelt dem berühmten Berlin-Teppich.
Marokkanische Teppiche
d.h. handgeknüpfte Berberteppiche, bezeichnet nach dem Namen der Urbevölkerung des Landes. Siehe auch nordafrikanische Teppiche.
Maschad
od. Mesched-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Maschad (nordöstl. Iran).
Masched-Balutsch-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche der Belutschnomaden aus dem nordöstl. Iran. Siehe auch Belutsch-Teppiche.
Maslaghan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Maschlagan (Hamadanbezirk/Iran). Häufig sechseckige Medaillons und andere geometrische Motive.
Maße
denken Sie daran, dass das Längenmaß eines Teppichs ohne die Fransen berechnet wird, wenn Sie den dem Teppich zugedachten Platz zu Hause ausmessen. Bei manchen Teppichen kann die Länge auch variieren, je nachdem, ob der Teppich bei der Reinigung etwas eingelaufen ist oder sonstige Unregelmäßigkeiten bei der Fertigung vorgekommen sind. Bei Nomadenteppichen kann auch die Breite vom eigentlichen Maß abweichen.
Mekri-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche. Hergestellt in Mekri (Türkei).
Melos-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Melas (jetzt Milas) in der südwestl. Türkei. Hier besteht die Teppichtradition seit dem 17. Jahrhundert. Am häufigsten sind kleine Teppiche. Üblich ist das Mihrabmuster. Die Teppiche sind ganz aus Wolle.
Meriban-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Meriban (Iran).
Mesched-Teppiche
anderer Name für Maschad.
Meskin
od. Meschkin-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Meschkin am Kaukasus (nordwestl. Iran). Dies sind Galerieteppiche mit kaukasisch beeinflussten, geometrischen Mustern, oft in rötlichem Violett. Ältere Meschkinteppiche haben eine Wollkette, jüngere eine Baumwollkette.
Meyghan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche kräftiger Qualität aus dem Irak-Ajemidi-Bezirk im Iran.
Mianeh - Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Mianeh (nord-westl. Iran), nicht weit von Täbris.
Mihrab
Gebetsnische, deren Spitze beim Gebet nach Mekka ausgerichtet ist. Ein übliches Muster kleinerer Gebetsteppiche.
Mikrach-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Kaukasus.
Mir-e butha od. Boteh-(Mandel-)Muster
gehört mit dem Herati- (Rosetten-) Muster zu den häufigsten Mustern orientalischer Teppiche.
Mir-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Sarugh Gegend (Iran). Man erkennt sie am ganzflächigen Mandelmuster (Boteh). Dies sind größere Teppiche mit rot-orange od. blauem Grund.
Mirsapur
Stadt und Gebiet in Indien mit großer Teppichproduktion.
Mithi-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Mithi (Pakistan).
Mochtaschem
anderer Name für Mohtashem.
Mogul
od. Mughal-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Indien (16. bis 17. Jahrhundert). Die Großmoguln holten sich anfangs persische Knüpfer ins Land, die die Teppichproduktion entwickelten. Die ältesten Teppiche sind heute äußerst selten.
Mohair
(arabisch: mukhayyar), Wollfaser der Angoraziege. Sie wird in Nordamerika, Südafrika, der Türkei und im westlichen Asien in großer Höhe gehalten. Ihre weiß-gelben Fasern sind länger, kräftiger und glänzender als die der normalen Schafwolle. Sie werden für edlere Teppiche, aber hauptsächlich für Kleidung verwendet.
Mohtashem
od. Mochtaschem, Qualitätsbezeichnung für die Wolle von Keschan-Teppichen. Der Name stammt von einem berühmten Teppichknüpfer des 19. Jahrhunderts, der seine Wolle aus Manchester importierte.
Monastir-od. Munastir-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche des 18. u. 19. Jahrhunderts aus der Stadt Monastir (Bitola) in Mazedonien. Hauptsächlich Gebetsteppiche in schönen Farben, gefertigt aus handgesponnenem Garn.
Morchekar-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus einer Gegend nördlich von Isfahan (Iran).
Mosul-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Mosul im Irak. Mosul war früher ein Umschlagplatz für kurdische Teppiche aus dem Iran.
Moud-od. Mud-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Moud (nordöstl. Iran). Zählt zu den Chorasan-Teppichen.
Mudjur-Teppiche
handgeknüpfte anatolische Teppiche. Hergestellt in der Umgebung der Stadt Kir-Sher (Türkei). Hier entstehen zahlreiche Gebetsteppiche mit Mihrabmuster.
Mughal-Teppiche
anderer Name für Mogul.
Mughan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Karabach-Bezirk (Aserbaidschan).
Munastir-Teppiche
anderer Name für Monastir.
Muskabad-Teppiche
anderer Name für Mahal- und Sarugh-Teppiche.
N
Nadelfilzteppich
maschinell hergestellte Auslegware, die an ihrem sehr kurzen, feinen Flor erkennbar ist.
Nahavand-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Hamadanprovinz. Ihr Muster ähnelt dem von Malayer-Teppichen.
Nain - Teppiche
schöne und oft exklusive Teppiche aus Nain (Iran).
Najafabad
handgeknüpfter Teppich aus dem Iran. Erinnert an Isfahan- und Keschan-Teppiche; die Qualität ist sehr gut. Hohe Verschließfestigkeit; Medaillonmuster in den Farben Rot, Grün, Kaki und Blau.
Ningxia- od. Ninghsia-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der gleichnamigen Stadt (Provinz Gansu im westl. China). Vorherrschender Farbton ist Gelb; das Muster ist traditionell chinesisch, häufig in Blau. Heutzutage wird maschinell gesponnenes Garn verwendet. Aus Ninghsia stammen auch sog. Säulenteppiche.
Niris- od. Neytriz-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Niris (südwestl. Iran). Hier kommen Teppiche mit dem Lebensbaum-Motiv vor; das Muster ist von Ghaschghainomaden angeregt. Die Stadt ist auch ein kleinerer Umschlagplatz für Nomadenteppiche aus dieser Gegend.
Nomadenteppiche
handgeknüpfte Teppiche von Nomaden aus dem Iran, der Türkei und aus Turkmenistan.
Nordafrikanische Teppiche
(aus Marokko, Tunesien und Ägypten.)
Nuschki-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Nuschki (Stadt südlich von Quetta in Pakistan).
O
Ogurdschali-Teppiche
die handgeknüpften Teppiche erinnern an Chaudor-Teppiche aus Turkmenistan.
Orientalische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus einem Gebiet, das vom Balkan bis nach China reicht. Länder mit bedeutender Teppichproduktion sind heute Iran, Pakistan, Afghanistan, Indien, Nepal und China. Ein handgeknüpfter orientalischer Teppich wird geknüpft, indem man in einem Webstuhl Kettenfäden aufspannt und die Wollfäden um diese Kettenfäden knüpft; die verschiedenen Farben des Wollgarns bilden das Teppichmuster. Zwischen jede Knotenreihe wird ein sog. Schussfaden eingefügt, um den Teppich stabil und haltbar zu machen. Wenn das Knüpfen beendet ist, wird der Teppich vom Webstuhl geschnitten, dann poliert, gereinigt, getrocknet und kontrolliert, bevor er für den Verkauf geliefert wird.
Ostturkestanische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Provinz Xinjiang (südwestl. China).
Ouschak-Teppiche
anderer Name für Usak.
P
Pakistanische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Pakistan.
Panderma-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche mit Flor aus Wolle; die Stadt Panderma liegt südlich des Marmarameers (Türkei). Hier stellt man Kopien von Ghiordes-Gebetsteppichen bzw. von persischen Teppichen her. Auch Seidenteppiche werden angefertigt.
Pao-tou-Teppiche
anderer Name für Baotou.
Paotow-Teppiche
anderer Name für Baotou.
Pazyryk
Fundplatz einer Gruppe von sieben großen und kleineren Grabhügeln in Russland. Die Funde datieren aus der Zeit von 400 bis 300 vor Chr. Hier wurde 1949 der berühmte Pazyrykteppich gefunden. Der Teppich hatte im Permafrost gelegen und ist deshalb so gut erhalten.
Pazyrykteppich
ältester erhaltener handgeknüpfter Teppich (aus dem 6. Jahrhundert vor Chr.). Der Teppich wurde 1949 bei Ausgrabungen von Grabhügeln im Pazyryktal des Altai-Gebirges (Sibirien) gefunden. Der Teppich ist mit türkischem Knoten geknüpft und fast quadratisch (200x190 cm).
Peking-Teppiche
handgeknüpft aus der chinesischen Hauptstadt mit Umgebung. Sie wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt. Mit ihren herkömmlichen Drachen-, Medaillon- und Symbolmotiven sind die älteren Teppiche heute sehr selten. Die gegenwärtige Produktion hat vielerlei Motive, die reliefartig in den Flor geschnitten werden, um das Muster hervorzuheben. Die vorherrschende Farbe ist Blau, unterbrochen von Weiß und Gold. Es werden auch Imitationen dünner antiker Teppiche hergestellt.
Perde
Größenbezeichnung orientalischer Teppiche (ca. 150 x 220 cm).
Persischer Knoten
asymmetrischer Knoten od. Sennehknoten od. "Farsibaff"; Knoten für die Fertigung handgeknüpfter Teppiche.
Persische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Persien (Iran).
Peschawar-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Peschawar (westl. von Rawalpindi im nördl. Pakistan). Die Teppiche haben geringere Qualität als übrige pakistanische Teppiche.
Polen-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem 17. Jahrhundert, die in Isfahan und Keschan und später in Polen hergestellt wurden, oft mit heraldischen Motiven.
Puschti od. Poschti
Größenbezeichnung f. handgeknüpfte Teppiche (ca. 90x60 cm).
Q
Qain-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Qain (südl. von Maschad im Iran). In den 20er u. 30er Farben wurden die Teppiche hier mit Anilinfarben gefärbt.
Qaschqai-Teppiche
anderer Name für Ghaschghai.
Qoltug-Teppiche
anderer Name für Goltuk.
Qom-Teppiche
anderer Name für Ghom.
Quetta-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Quetta in Pakistan.
R
Raj
Bezeichnung der Knüpfdichte von Täbriz Teppichen. Dies ist eine Definition der Anzahl Knoten auf einer Breite von ca. 60 mm. 40Raj bedeutet ca. 400.000-500.000 Knoten pro Quadratmeter, 50Raj sind ca. 700.000-800.000 Knoten pro Quadratmeter, 60Raj ca. 1 Million Knoten pro Quadratmeter und 70Raj ca. 1.200.000 Knoten pro Quadratmeter. Letztgenannte Knüpfdichte ist heutzutage äußerst selten.
Ravar-Kerman-Teppiche
anderer Name für Kerman-Ravar.
Rawalpindi
frühere Hauptstadt von Pakistan. Hier werden handgeknüpfte Teppiche massenhaft angefertigt.
Reliefflor
besondere Webtechnik für Textilien
Rinderfellteppich
angefertigt aus einer Mischung von Wolle und Rinderhaaren.
Rips
(geripptes Gewebe), besonderes Webverfahren, das den Eindruck einer Kette im Gewebe hervorruft. Rips wird mit zweierlei Schussfäden gewebt, einem groben und einem sehr dünnen, wodurch das gerippte Muster entsteht. Ripsteppiche werden mit Baumwollkette gewebt; wenn man die Farbe der Kette wechselt, erhält man ein kariertes Muster.
Roter Teppich
langer roter Teppich an Eingängen zu Hotels, Kinos usw. bei festlichen Anlässen und hohem Besuch. Der rote Teppich macht einen pompösen und exklusiven Eindruck.
Rumänische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Rumänien.
Rya
eine Webtechnik, die eine Mischung aus Weben und Handarbeit ist. Erinnert an Flortechnik, wird vor allem für Teppiche, Wandbehänge und Kissen verwendet. Dank dieser Anwendungsbereiche konnte die schwedische Schafzucht vor dem Aussterben zu Anfang des 20. Jahrhunderts bewahrt werden. Siehe auch Rya-Teppich und Rya-Decke.
Rya-Decke
ein Vorläufer des Rya-Teppichs; als wärmender Bettüberwurf verwendet. Die Decke hatte noch kein durchgearbeitetes Muster wie die späteren Rya-Teppiche. Ganzrya: der Flor bedeckt die gesamte Webfläche; Halbrya: der Flor besteht nur aus einem dekorativen Muster auf einem Teil des Gewebes.
Rya-Teppich
Wollteppich, der auf gleiche Weise wie ein geknüpfter Florteppich hergestellt wird; hat relativ langen Flor. In Schweden sehr beliebt; wird heute in zahlreichen Farben angeboten.
S
Saff - Seidenteppiche
Saff -Teppiche aus Seide. Sie kommen vor allem aus den Bezirken Kayseri und Brussa in der Türkei.
Saff-Teppiche
Bezeichnung für handgeknüpfte Gebetsteppiche für die gesamte Familie. Das Muster besteht auch mehreren Mihrab-Mustern hintereinander, die für die einzelnen Familienmitglieder vorgesehen sind. Solche Teppiche kommen im ganzen Nahen Osten vor. Auch Kelims haben dieses spezielle Muster.
Sahend-Teppiche
Bezeichnung neu produzierter Täbriz Teppiche höherer Qualität.
Salor-Teppiche
seltene handgeknüpfte Teppiche hoher Qualität, geknüpft von Saloren, einem turkmenischen Stamm. Die Teppiche stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Typisch ist der achtzackige Stern in der Mitte mit Doppelhaken (Salor-Göl).
Samarkand-Teppiche
recht seltene Teppiche aus der Stadt Samarkand (zwischen Taschkent in Usbekistan und Herat im nordwestl. Afghanistan). Samarkand ist die zweitgrößte Stadt Usbekistans und ein Handelszentrum für ostturkmenische Teppiche.
Saraband-Teppiche
anderer Name für Serabend
Sarab- od. Serab-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Sarab (nordwestl. Iran). Von hier stammen vor allem Galerieteppiche hoher Qualität mit geometrischen Mustern in Blau und Rot auf kamelfarbenem Grund.
Sarderud-Teppiche
handgeknüpfte Wollteppiche mit kurzem Flor aus dem Hamadanbezirk (Iran).
Sarogh-, Saruk-, Sarouk-, Saroqteppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Dorf Sarugh (nördl. von Arrak im Iran). Hier entstehen verschleißfeste Teppiche aus Wolle mit Medaillon-Muster, umgeben von Blumenmotiven, oder mit Mandel-Reihenmotiv (Boteh). Teppiche geringerer Qualität können die Bezeichnung Mahal oder Muschkabad haben.
Saroq-Teppiche
anderer Name für Sarugh.
Sarouk-Teppiche
anderer Name für Sarugh.
Saruk-Teppiche
anderer Name für Sarugh.
Saveh-Teppiche
farbenfrohe handgeknüpfte und robuste Teppiche von Nomaden aus Saveh (nahe Hamadan im nordwestl. Iran). Die Teppiche haben geometrische Muster, vorherrschende Farben sind Dunkelrot und Blau.
Savonnerie-Muster
ein Muster auf Sanonnerieteppichen aus der Zeit des Rokoko. Diese Teppiche wurden ab 1628 von Pierre Dupont in Pariser Ateliers hergestellt.
Schah Abbasi-Muster
übliches Muster auf orientalischen Teppichen (Blumenornamente nach dem Vorbild der heraldischen Lilie).
Schahsewan-Teppiche
handgewebte Teppiche türkischsprachiger Nomaden im Iran (Schahsewan = Freunde des Königs). Diese Nomaden bevölkern Moghan, Haschtrud, Mianeh, Khamseh, Bidjar, Qazvin, Saveh und Varamin im nordwestl. Iran. Sie stellen auch Gebrauchsgegenstände wie z.B. Satteltaschen her.
Schirasi
anderer Name für Langettierung, d.h. die ein- oder mehrfarbigen Stickereien an den Rändern der Längsseiten der Teppiche.
Schiras-Teppiche
handgeknüpfte Wollteppiche aus Schiras im südwestl. Iran.
Schirwan
od. Shirvan-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus dem Schirwangebiet im östl. Kaukasus. Ältere Teppiche waren dicht geknüpft, ganz aus Wolle und mit Pflanzenfarben gefärbt. Die geometrischen Muster hatten Stern-, Kreuz- und Mandelmotive (Boteh). Auch kam hier die typische Schirwanborte vor, meist an kleineren Teppichen. Neue Teppiche sind zwar robust, künstlerisch aber wenig interessant.
Schirwanborte
auch kufische Borte genannt. Grund ist die Ähnlichkeit mit der kufischen Schriftsprache. Diese Borte kommt auch in Kuba-Teppichen vor. Man erkennt sie aus den Vierecken, die aus doppelten Haken gebildet werden.
Schmucküberwurf
geknüpfter schwedischer Bettüberwurf. Die Decke wurde mit einer besonderen Flortechnik hergestellt und galt als Zierdecke. Der Unterschied zu einem normalen schwed. Knüpfteppich liegt darin, dass die Zierdecke gemustert war. Siehe auch schwed. Rya-Teppich.
Schuscha-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Karabach (Aserbaidschan).
Schuss
ist die Bezeichnung des Fadens, der beim handgeknüpften Teppich zwischen jede Knotenreihe gefügt wird. Der Schussfaden ist meist aus Baumwolle od. Wolle, aber auch anderes Material kommt vor. Der Name Einschlag od. Einschuss wurde im Schwedischen früher auch "väft" genannt, was dem engl. Wort "weft" (= Schuss) nachgebildet ist.
Sedjadeh
Größenbezeichnung orientalischer Teppiche (ca. 130x180 cm).
Sehna-Teppiche
anderer Name für Senneh.
Seide
Naturseide erhält man aus den Kokons der Seidenraupe, die diese bei der Verpuppung spinnt.
Seirafian-Isfahan
handgeknüpfte Teppiche aus Isfahan (südwestl. Iran). Der Teppichknüpfer Haj Agha Reza Seirafian begann 1939 mit seinem Handwerk. Er beschäftigte nur die besten Musterzeichner und Weber und nahm nur die besten Materialien. Bald waren seine Teppiche berühmt wegen ihrer hohen Qualität. Sie zählen heute wegen ihrer hohen Knüpfdichte und der erlesenen Handwerkskunst zu den kostbarsten persischen Teppichen. Sein Lebenswerk wird heute von seinen zahlreichen Söhnen weitergeführt.
Semiantik (= Halbantik)
Bezeichnung für 50 bis 100 Jahre alte orientalische Teppiche.
Semnan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Semnan (östlich von Teheran).
Sennateppiche
anderer Name für Senneh.
Senneh-
Sehna-, Sennateppiche, handgeknüpfte Teppiche aus der kurdischen Stadt Sanandaj (früher Senneh) im westl. Iran.
Sennehknoten
anderer Name für persischer od. asymmetrischer Knoten (Farsibaff).
Serabend-Teppiche
grob geknüpfte Teppiche aus einer Gegend südlich von Arak im Iran. Die Teppiche haben oft ein ganzflächiges Muster mit kleinen Mandeln (Boteh) auf hellrotem Grund.
Seraph-Muster
übliches Muster auf Seraph-Teppichen mit Zypressen auf Terrakotta - rotem Grund und mit sechseckigem Medaillon.
Serapi-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Heris-Gebiet im nördl. Iran. Der Name Serapi wird vor allem in Amerika verwendet; die Qualität gleicht der von Heris-Teppichen.
Shahjahanpur
wichtige Teppichstadt in Nordindien.
Sherkat Farsh
(Teppichgesellschaft auf persisch) ist eine vor ca. 70 Jahren im Iran gegründete Stiftung. Ziel der Stiftung ist die Erhaltung der persischen Teppichkultur und der Teppichqualität. Die Stiftung organisiert heute die Qualitätsproduktion von Teppichen in 500 Dörfern und 100 Städten des Iran. Sherkat Farsh-Teppiche sind dicht geknüpft, verwenden Pflanzenfarben und Wolle hoher Qualität sowie reizvolle Muster und Farbkombinationen.
Siebenbürgen-Teppiche
Name transsilvanischer Teppiche aus Rumänien. Das Muster ähnelt dem von Bergama - Teppichen.
Silé-Teppiche
die Bedeutung dieses Namens hängt davon ab, wo er verwendet wird. In Europa meint man damit Teppiche mit kurzem Flor, S-förmigem Drachenmotiv und Sumakh-Struktur. Im Osten (Russland und Kaukasus) meint man damit Teppiche mit kurzem Flor, Vogelmotiven und Sumakh-Struktur. Die Teppiche kommen vor allem aus dem südlichen Kaukasus; vorherrschende Farbe ist Rot.
Sinkiang-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Ostturkestan (Xinjiang) im westlichen China.
Sirjan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Sirjan im südöstlichen Iran. Nomadenstämme wie Ghaschghai und Afscharen lassen sich von Sirjan-Teppichen anregen. Die Teppiche dieser Stämme werden auch zum großen Teil in dieser Stadt verkauft. Sie haben ein geometrisches Medaillon mit Blumenmotiven an den Ecken. Andere Teppiche dieser Nomaden heißen Sofreh, eine Art kurdischer, gewebter Kelim in kleinem Format, der als Decke verwendet wird.
Sisal-Teppiche
ungefärbte, einfach gewebte Teppiche aus Fasern, die aus den Blättern der Sisalagave gewonnen werden.
Siwas-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Siwas und Umgebung (nördl. Anatolien). Ältere Siwas-Teppiche sind ganz aus Wolle, neuere haben eine Baumwollkette. Sie verwenden häufig persische Muster (u.a. Mihrab) und blaue Farben. Man fertigt auch Kelims mit aprikosengelber od. lachsrosa Borte.
Smyrna-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Smyrna (siehe Izmir-Teppiche).
Songhur-Teppiche
handgeknüpfte und robuste Teppiche aus dem Kurdengebiet des Iran, ähneln Bidjar-Teppichen.
Soumak-Teppiche
anderer Name für Sumakh.
Soutschbolag-Teppiche
robuste Teppiche aus dem Kurdengebiet im Iran.
Sparta-Teppiche
anderer Name für Isparta.
Srinagar
Provinzhauptstadt im indischen Kaschmir, Zentrum der Teppichproduktion der Region.
Staden
anderer Name für die Längsseiten des Teppichs.
Stadtteppiche
anderer Name für handgeknüpfte Manufaktur- od. Atelierteppiche.
Stern-Usak-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Usak (westl. Türkei). Diese Teppiche entstanden im 16. bis ins 19. Jahrhundert. Man erkennt sie am speziellen Reihenmuster mit gelben Sternen auf rotem Grund.
Sultan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Türkei, ähneln den Yürük-Teppichen.
Sumakh
od. Sumak-Teppiche, orientalische gewebte Teppiche, die in einer speziellen Technik (= Sumakh) gewebt sind. Die farbenfrohen Teppiche vor allem aus dem Kaukasus, aber auch aus der Türkei sowie aus dem Iran sind beliebt.
Sumakh
od. Soumak-Technik, bei der das Garn über vier Kettenfäden geführt und unter zwei Kettenfäden zurückgeführt wird. Diese Technik kann aber je nach Herstellungs- Ort variieren.
Symmetrischer Knoten
auch türkischer Knoten (Turkbaff) genannt.
T
Tafresch-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche Tafresch (nordwestl. Iran). Sie haben ein Medaillon mit roten Feldern und kurzen Flor.
Taibaff
handgeknüpfte Teppiche hoher Qualität aus dem Chorasanbezirk im Iran.
Täbriz - Teppiche
anderer Name für Tabriz-Teppiche.
Talim
Bezeichnung einer Mustervorlage für einen handgeknüpften Teppich. Meist ein auf Millimeterpapier gezeichnetes Muster. Jedes Quadrat mit eigener Farbe entspricht einem Knoten.
Talisch-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche im Galerieformat aus dem südöstl. Kaukasus.
Tatami
traditionelle japanische Matte für den Fußboden des Hauses. Dies ist eine dichte Bastmatte, die bedeckt ist von einer weichen Webmatte aus Schilf, deren Ränder mit Stoffborten versehen sind. In Japan wird die Raumfläche eines Zimmers mit der Anzahl von Tatami-Matten angegeben, die im Zimmer Platz haben. Die Maße der Matte sind 180x90 cm, die Dicke beträgt ca. 6 cm. Es kommt auch Halb-Tatami vor (90x90 cm).
Teheran-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der iranischen Hauptstadt. Da hier jedoch keine Teppichproduktion mehr stattfindet, sind die meisten Teheranteppiche ca. 50 Jahre alt. Sie sind asymmetrisch geknüpft, die Farbe ist Dunkelrot mit blauen und weißen Elementen. Muster: Medaillon-, Blumen-, Felder- und Nischenmotive. Es kommen auch figurative Muster vor.
Tekke-Teppiche
handgeknüpfte Wollteppiche turkmenischer Tekke-Stämme. Das Muster ist ein typisches Tekke-Gül-Muster, vorherrschende Farbe ist Rot.
Teppichboden
oder Auslegeware war in den 70er Jahren in Schweden sehr beliebt. Handgeknüpfte Auslegeware kommt allerdings nur sehr vereinzelt vor.
Teppichknoten
bei handgeknüpften Teppichen kommen hauptsächlich zwei Knoten vor: entweder der persische Knoten (asymmetrischer od. Sennehknoten) oder der türkische Knoten (symmetrischer od. Ghiordes-Knoten).
Tianjin
od. Tientsin-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus Tianjin (Nordchina). Die Teppichfertigung begann hier 1910. Heute ist die Stadt ein Zentrum der kommerziellen Teppichproduktion.
Tibetanische Teppiche
hergestellt in Tibet, aber auch von tibetischen Flüchtlingen in Nepal.
Tibetanischer Knoten
wird mittels Stäbchen geknüpft.
Tientsin-Teppiche
anderer Name für Tianjin.
Tjaudor- od. Chaudor-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche eines turkmenischen Stammes aus dem Khiva-Gebiet in Turkestan. Diese Wollteppiche sind oft in einem bräunlich-violetten Farbton gefärbt. Man erkennt sie an ihrem besonderen Muster, das aus auf den Kopf gestellten Rauten besteht (Ertmen-Göl).
Tji-tji- od. Chi-chi-Teppiche
handgeknüpfte Wollteppiche der Tschetschenen im Kaukasus. Das Muster besteht oft aus Sternen (Göl) in der Mitte und einer breiten Borte mit schrägen Streifen.
Tjuval, Chuval od. Tschoval
Name eines großen türkischen od. turkmenischen Teppichbeutels. Der Teppich ist nämlich an einer Längsseite offen und dient dem Verstauen von Kleidern. Die Rückseite ist gewebt, während die Vorderseite gemustert ist.
Transsilvanische Teppiche
Bezeichnung handgeknüpfter Teppiche aus Rumänien. Die Teppiche wurden in protestantischen Kirchen Rumäniens und Ungarns gefunden und stammen vermutlich aus dem 16. u. 18. Jahrhundert. Sie wurden als Gaben an die Kirchen zu bestimmten Anlässen (Hochzeiten, Begrabungen usw.) importiert. Sie sind meist Gebetsteppiche. Sie werden auch Siebenbürgen-Teppiche genannt.
Tschoval
anderer Name für Tjuval.
Tuiserkan
dicht geknüpfter Teppich aus Tuiserkan im Hamadanbezirk (Iran). Dies sind Teppiche mit geometrischen Medaillons, häufig auf blauem Grund.
Tunesische Teppiche
Teppiche aus Tunesien. Siehe nordafrikanische Teppiche.
Turkbaff
Name für den türkischen (symmetrischen) Knoten. Es ist aber auch der Name eines Teppichs aus der Gegend um Maschad (Iran).
Türkischer Knoten
Ghiordes-Knoten od. symmetrischer (Turkbaff-) Knoten, neben dem persischen Knoten der häufigste Knoten orientalischer Teppiche.
Türkische Teppiche
anderer Name für anatolische Teppiche.
Turkmenische Teppiche
handgeknüpfte Teppiche verschiedener turkmenischer Stämme.
U
Usak
Uschak- od. Ouschak-Teppiche, handgeknüpfte Wollteppiche aus Usak (westl. Türkei). Vorherrschende Farbe ist Rot. Hier werden seit dem 16. Jahrhundert Teppiche geknüpft. Aus dieser Gegen stammen viele reizende Teppichtypen, z.B. Vogel-Usak-, Stern-Usak-, Krabben-Usak-, Holbein- und Lotto-Teppiche. Die modernen Teppiche sind von geringerer Qualität.
Uschak-Teppiche
anderer Name für Usak.
V
Vagire
(persisch "Kopie", "Probe"); kleinerer handgeknüpfter Teppich, der Muster und Motive größerer Teppiche der jeweiligen Gegend wiederholt. Diese Proben können auch nur aus einem Teil eines größeren Teppichs bestehen. Auf diese Weise können dem Käufer auf einfache Weise die verschiedenen Teppichangebote erläutert werden.
Vasen-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Kerman im südöstl. Iran. Das Muster besteht aus einer od. mehreren Vasen mit stilisierten Blumen. Dies war im 16. und 17. Jahrhundert ein übliches persisches Motiv. Es sollte im Gegenlicht betrachtet werden. Diese Teppiche werden mit drei Schussfäden nach jeder Knotenreihe geknüpft.
Veramin-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Veramin (südöstl. von Teheran). Die Teppiche werden von Kurden und türkischsprachigen Personen geknüpft. Häufig ist dabei das Mina-Chani-Muster (= Blumenwiese). Auch Kelims kommen aus dieser Gegend. Die vorherrschenden Farben sind Rot od. Blau.
Verné-Teppiche
anderer Name für Verni.
Verni- od. Verné-Teppiche
ein Typ von glatt gewebten Teppichen mit unterschiedlicher Bedeutung. In Europa und Amerika sind damit kaukasische Produkte gemeint, die nichts mit den traditionellen Sumach-Geweben gemein haben. In Asien und Russland dagegen sind damit kaukasische Sumach-Strukturen gemeint. Die Teppiche sind ganz aus Wolle. Vorherrschende Farbe ist Rot (u.a. mit Vogelmotiven).
Verschleiß - Rya
eine Variante der Ryadecke mit einfacher oder gar keiner Musterung. Sie wurde mit der Florseite nach unten gewendet, um besser zu wärmen.
Vogel-Usak-Teppiche
antike handgeknüpfte Teppiche aus Usak in Anatolien (16. bis 17. Jahrhundert). Die Teppiche sind an dem Reihenmuster mit stilisierten Vögeln zu erkennen.
W
Warangal-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Warangal (südl. Indien). Heutzutage werden hier meist Teppiche geringerer Qualität produziert. Früher fertigte man hier Seidenteppiche.
Webstuhl
ein Gerät zum Weben von Stoffen oder von Teppichen. Die Konstruktion eines Webstuhls ist im Grunde immer die gleiche: die Kette wird vorn und hinten befestigt, und auf dieser Kette wird dann gewebt bzw. geknüpft. Einfachere Webstühle bestehen nur aus zwei Pfosten in der Erde (sog. horizontale Webstühle); diese werden meist von Nomaden verwendet.
Wiener Jagdteppich
berühmter Teppich des 16. Jahrhunderts aus der Stadt Keschan im Iran. Dieser exklusive Teppich wurde Peter I. vom persischen Schah geschenkt. Der russische Zar wiederum schenkte den Teppich Leopold I., dem Fürsten von Anhalt - Dessau.
Wilton-Teppiche
maschinell gefertigte Teppiche mit Wollflor und mit Mustern, die an persische Teppiche erinnern. Der Name kommt von der Stadt Wilton in Wiltshire in England. Hier gibt es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine maschinelle Teppichproduktion. Zuerst produzierte man nur schmale Teppiche, die dann zu größeren Teppichen zusammengefügt wurden. 1825 entstanden auch handgeknüpfte Wiltonteppiche. Aber dieser Versuch wurde bald wieder aufgegeben.
Wolle
vom Schaf oder von anderen Tieren. Die gröbste Wolle wird nach dem Spinnen und Färben zum Knüpfen von Teppichen verwendet.
X
Xinjiang- od. Sinkiang-Teppiche
handgeknüpfte Wollteppiche aus der Provinz Xinjiang (nordwestl. China). Hier leben hauptsächlich türkischsprachige Mohammedaner. Das Muster dieser Teppiche besteht aus Medaillons oder aus ganzflächig geometrischen Motiven. Die Teppiche werden auch oft Samarkand-Teppiche genannt.
Y
Yagcibedir-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus der Gegend um Balikesir u. Bergama (nordwestl. Türkei). Sie sind ganz aus Wolle, vorherrschende Farben sind Dunkelblau und Rot. Übliche Muster sind sechszackige Medaillons und geometrische Blumen. Angeregt von Kasack-Teppichen.
Yahyali-Teppiche
handgeknüpfte Wollteppiche aus Yahyaleh (zentrale Türkei). Übliche Muster sind sechszackige Medaillons in der Mitte, vorherrschende Farben sind Rot, Blau und Gelb.
Yalameh-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche des Stammes der Yalameh (Farsprovinz im Iran). Die Teppichmuster sind oft von den Nomadenteppichen der Ghaschghai, Lori und Khamseh angeregt. Teppichmuster: Medaillons in Diamantenform; tiefe, kräftige Farben.
Yaprak-Muster
gekennzeichnet von großen, naturalistisch gezeichneten Blättern, die Rauten und Medaillons bilden. Nach der Stadt Yapraklar in der Türkei benannt.
Yarkand-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Yarkand (Xinjiang im nordwestl. China). Dies sind turkmenische Teppiche. Einige haben Vasenmotive, aber es ist zweifelhaft, ob sie aus dieser Gegend stammen.
Yastik
Größenbezeichnung kleinerer orientalischer Teppiche (ca. 90x45 cm). Sie wird für türkische Teppiche verwendet, aber auch für geknüpfte Kissenbezüge.
Yazd
od. Yesd-Teppiche, handgeknüpfte Teppiche aus der Stadt Yazd im zentralen Iran. Die hier produzierten Teppiche ähneln mit ihren Medaillons stark den Kerman-Teppichen. Die vorherrschenden Farben sind Rot, Blau und Weiß.
Yomut-, Jomut- od. Yomud-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche des turkmenischen Yomut-Stammes. Der Stamm lebt in einem Gebiet, das sich vom nordöstl. Iran entlang des Kaspischen Meers bis zum russischen Teil von Turkestan erstreckt. Es werden Teppiche, Zeltvorhänge (Ensi), Beutel (Tjuval) und Zeltbänder geknüpft. Die vorherrschenden Farben sind Braunrot und Weiß.
Yürük-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche hoher Qualität, gefertigt vom Yürükstamm (östl. Türkei). Der naturfarbene Flor ist lang, die einfachen geometrischen Muster bestehen aus Blumen und Tieren. Vorherrschende Farben sind Blau und Rot, dazu Grün, Baum und Gelb. Außer Teppichen werden auch Gewebe, Sumacher und sonstige Gebrauchsgegenstände hergestellt.
Z
Zaghe-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus kräftiger Wolle; sie stammen aus dem gleichnamigen Dorf (westl. von Hamadan). Das Muster besteht aus Medaillons. Auch Herati- und Boteh-Muster kommen vor.
Zanjan-, Zendjan- od. Zenjan-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus Zanjan im nordwestl. Iran (Hauptstadt des Khamsehbezirks). Sie werden in den umliegenden Dörfern von Kurden geknüpft. Sie haben symmetrische Knoten und sind oft vom Design der Bidjar-Teppiche beeinflusst.
Zarand-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche aus dem Irak-Ajemibezirk im nördl. Iran. Sie sind von kaukasischen Teppichen beeinflusst; es werden auch Kelims angefertigt
Zaronim od. Saronim
übliche Größenbezeichnung orientalischer Teppiche. Zaronim entspricht den Maßen 150x100 cm bis 160x110 cm. Abweichungen je nach Herstellungs- Ort können vorkommen.
Zarquart
Größenbezeichnung für die Maße ca. 60x125 cm.
Zendjan-Teppiche
anderer Name für Zanjan.
Ziegenhaar
Bezeichnung der grobfasrigen Deckhaare der Ziege. Es wird meist für das Ketten- und Schussgarn verwendet, vor allem bei afghanischen Teppichen, und auch für die Langettierung (Stickerei an den Rändern der Längsseiten der Teppiche.
Ziegler-Teppiche
handgeknüpfte Teppiche, die ursprünglich im Arak-Bezirk (westl. Iran) gefertigt wurden. Heutzutage werden diese alten Teppiche in Pakistan kopiert und so behandelt, dass sie ein "antikes" Aussehen bekommen. Diese Teppiche haben die alten, traditionellen Muster, es kommen aber auch moderne Muster vor.
Zil-e-soltan-Muster
(persisch "Schatten des Sultans"), ein Reihenmuster mit Vasen, Blumensträußen und Vögeln. Es befindet sich auf einer hellen Grundfarbe; es kommt u.a. auf Ghom-Teppiche vor.


